Aachen

"Was geht?!" - Jugendforum Aachen

Auf einen Drink mit der Politik – Aachens Jugend redet Tacheles!

„Sprecht die Politikerinnen und Politiker einfach an. Das ist wie in einer Bar!“ - eine deutliche Aufforderung an die 500 Jugendlichen beim Jugendforum in Aachen. Und sie nutzen diese Chance, sind ganz nah dran an der Politik und entwickeln eigene Ideen und Forderungen.

Die jungen Leute sind im Eurogress Aachen zusammen gekommen, um sich aktiv an Politik und Gesellschaft zu beteiligen. Bereits zum dritten Mal bietet die Veranstaltung „Was geht?! – Die Werkstatt für Jugendbeteiligung und Jugendpolitik“, die in diesem Jahr Teil der Initiative umdenken – jungdenken! ist, die Möglichkeit dazu.

Gleich zum Auftakt kommt es zu einem politischen Schlagabtausch. Helmut Brandt (CDU), Marika Jungblut (Die Linke), Bettina Herlitzius (Die Grünen), Ulla Schmidt (SPD) und Johannes Vogel (FDP) diskutieren über ein breites Themenspektrum, von der Finanzkrise bis zur sozialen Gerechtigkeit und vom Internetminister bis zur Ausbildung in Deutschland. Wer überzeugt, wird von den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern direkt im Anschluss gewählt.

Aber nicht nur mit Wahlen machen die Jugendlichen deutlich, dass sie sich interessieren. So gibt es auch die Möglichkeit mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Bundes- und Kommunalpolitik ins Gespräch zu kommen. Bei Cola und Pizzabrötchen diskutieren sie die verschiedenen Themen. „Die Veranstaltung lohnt sich. Man kann nachfragen und sich informieren. Und die Fragen werden auch beantwortet. Es kommen sogar Leute auf einen zu“, freut sich die 17-jährige Sarah. Das ist Politik zum Anfassen, wie sie sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg zu Beginn gewünscht hatte.

Diskussionen in acht Workshops

Und dann beteiligen sich die jungen Menschen selbst politisch und gesellschaftlich. Die Frage „Was geht?!“ stellen sich die Teilnehmenden in acht verschiedenen Workshops. So können sie mit Expertinnen und Experten über politischen Extremismus und Datenschutz im Internet debattieren, politisch rappen oder an einem Poetry Slam teilnehmen. Und sie stellen konkrete Forderungen an die Politik.

Das Thema Bildung bewegt die Jugendlichen am meisten: Der zu starke Leistungsdruck, fehlende soziale Kontakte und die Länge der Schulzeit führen zu einer hitzigen Debatte. Auch Jan mischt mit. Der 15-jährige fordert beispielsweise mehr Freizeit und Bildungsgleichheit für alle Schülerinnen und Schüler. Außerdem sind sich die jungen Menschen einig, dass Jugendliche zu wenig Mitspracherecht haben. Und damit sich das ändert, fordern sie mehr Informationsmöglichkeiten und Veranstaltungen zu Partizipation. „Was geht?!“ sei eine Möglichkeit, aber es müsse mehr davon in Aachen geben, findet Christoph. Der Meinung sind auch die Organisatoren. „Wir möchten den Zugang zu Politikerinnen und Politikern vereinfachen und zu gesellschaftlichem Engagement motivieren. Und wir freuen uns, dass das so gut geklappt hat“, erklärt Katja Sittart vom Bildungsbüro der Städteregion. Im nächsten Jahr wird es die Veranstaltung auch in Eupen geben.

Stimmen:

„Es ist wichtig, dass die Meinung von Jugendlichen gehört wird. Junge Menschen können sich durch solche Veranstaltungen daran gewöhnen, dass sie sich eine politische Meinung bilden müssen. Schließlich leben wir in einer Demokratie.“
Anna Lara, 19

„Ich habe hier viele Einblicke bekommen, wie Politik überhaupt funktioniert. Mir gefällt, dass es hier endlich mal um die Interessen von Jugendlichen geht. Schließlich müssen die in Zukunft auch mal wählen gehen.“
Julian, 15

„Wer keine Ahnung von Politik hat, kann sich auch keine Meinung bilden und weiß nicht, wen er wählen soll. Es ist wichtig, sich als junger Mensch mit den Themen zu beschäftigen, die uns betreffen. Und hier wird uns genug Raum dafür gegeben.“
Lea, 16

„Die Politik sollte mehr mit Jugendlichen sprechen. Genauso finde ich, dass junge Menschen endlich auch mal die Möglichkeit haben sollten, etwas auf offizieller Ebene zu bewegen. Denn wenn wir mehr zu Wort kommen können, stärkt das auch unsere Demokratie.“
Michael, 14

Ariane Beschreibung

„Es gibt Möglichkeiten, als junger Mensch mitzumischen. Die werden uns allerdings nur in den seltensten Fällen näher gebracht. Viele Jugendliche sind einfach schlecht informiert. Veranstaltungen wie „Was geht?!“ sind der erste Schritt, um dem entgegenzuwirken.”
Ariane, 17

Video:

Impressionen:

Aus Aachen berichteten:

Christina Heuschen (Text) und Alexander Kauschanski (Interviews und Fotos)

Nützliche Links zum Thema

TERMIN JUGENDFORUM

04. Juli 2013

ORT

Eurogress Aachen
Monheimsallee 48
52062 Aachen
-> zur Homepage
-> Wegbeschreibung

Veranstalter

Koordinationsstelle Jugendpartizipation

im Bildungsbüro der StädteRegion Aachen

Zollernstraße 16
52070 Aachen
Tel.: 0241-51984325

E-Mail: Katja Sittart 
E-Mail: Bekir Deliktas

Banner Kampagne jungesnrw